Das Apriori-Prinzip

- das völlig Neue finden

Jeder Prozess, jedes Projekt beginnt mit einem Problem.

Jedes Problem, jeder Konflikt, jede Schwierigkeit setzt Prozesse in Gang, die ihre besondere Dynamik haben und manchmal eine ganz eigene Schönheit entwickeln.

In unserer Alltagssprache ist das Wort „Problem“ meist negativ besetzt. Probleme müssen „erledigt“, „aus der Welt geschafft“, „beseitigt“ werden.

Anders, wenn „Probleme“ als Prozess gesehen werden: der Fokus verschiebt sich. Man wendet sich der Sache zu, man geht hinein, ist gespannt, wie sich alles entwickeln, sich entfalten wird.

Das heißt aber auch, dass man dem eigenen Genius weniger vertraut und sich umso mehr von dem leiten lässt, was einem begegnet.

Eine poetische Beschreibung dieses Perspektiv-Wechsels – weg vom Individuum, hin zum Prozess – findet sich bei Picasso in seinem Manifest „Ich suche nicht, ich finde“:

"Ich suche nicht, ich finde. Suchen ist das Ausgehen von alten Beständen und ein Finden-Wollen von bereits Bekanntem im Neuen. Finden, das ist das völlig Neue, das Neue auch in der Bewegung. Alle Wege sind offen, und was gefunden wird, ist unbekannt. Es ist ein Wagnis, ein heiliges Abenteuer. Die Ungewissheiten solcher Wagnisse können eigentlich nur jene auf sich nehmen, die im Ungeborgenen sich geborgen wissen, die in die Ungewissheit, in die Führerlosigkeit geführt werden, die sich im Dunklen einem unsichtbaren Stern überlassen, die sich vom Ziel ziehen lassen und nicht - menschlich beschränkt und eingeengt - das Ziel bestimmen."    (P. Picasso)                     

Deduktive Systeme, Messungen, Kontrollen etc. können naturgemäß nicht kreativ sein. Sie gehen von dem aus, was bereits da ist, "von alten Beständen".

Induktive Methoden können kreative Prozesse anleiten, sind aber ungenau und in der Konkretisierung subjektiv.

Die Apriori Methode kann beides. Mit ihr werden Projekte und Prozesse logisch entwickelt und entfalten gerade dadurch ihr kreatives Potential.